Existiert „Energiearmut“ auf Mallorca?

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In Spanien haben immer mehr Menschen Schwierigkeiten, ihre Wohnungen ausreichend zu heizen oder zu kühlen. Neue Zahlen zeigen, dass mehr als 17 Prozent der Haushalte ihre Wohnungen im Winter nicht ausreichend warm halten können. Damit gehört Spanien zu den Ländern mit der höchsten Energiearmut innerhalb der Europäischen Union.

Das Problem betrifft Millionen von Menschen. Insgesamt müssen etwa 8,5 Millionen Einwohner bei Heizung, Klimaanlage oder Strom sparen. Zum Vergleich: Um 2008 war nur ein kleiner Teil der spanischen Haushalte davon betroffen. In etwas mehr als zehn Jahren hat sich die Situation also erheblich verschlechtert.

Für viele Menschen bedeutet dies, dass sie die Heizung kaum oder gar nicht einschalten. Einige versuchen, sich mit zusätzlichen Decken oder kleinen Elektroheizungen warm zu halten, aber auch das kostet Geld. Vor allem Menschen mit geringem Einkommen stellen fest, dass fast alles für Fixkosten aufgewendet wird, sodass für Energie nur wenig übrig bleibt.

Es gibt auch so etwas wie versteckte Energiearmut. Dabei handelt es sich um Menschen, die arbeiten und äußerlich nicht arm wirken, aber zu Hause dennoch bei Licht, Heizung und Geräten sparen. Sie entscheiden sich bewusst dafür, weniger Energie zu verbrauchen, einfach weil die Rechnung sonst zu hoch wird.

Die Folgen sind gravierend. Schlecht beheizte Wohnungen können zu Gesundheitsproblemen führen, insbesondere bei älteren Menschen und Menschen mit chronischen Beschwerden. Auch extreme Hitze im Sommer stellt ein Risiko für Menschen dar, die keine Klimaanlage nutzen können.

Obwohl die Situation etwas weniger schlimm ist als noch vor einem Jahr, bleibt Energiearmut ein ernstes Problem. Die spanische Regierung arbeitet daher an neuen Plänen für den Zeitraum 2026 bis 2030 und will bestehende Unterstützungsmaßnahmen für bedürftige Haushalte verlängern.

Quelle: Agenturen